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Das alte Berlin
[9783829606905]

Das alte Berlin
Photographien von Heinrich Zille 1890-1910
Heinrich Zille (1858–1929) hat sein Berliner „Milljöh“ nicht nur mit spitzer Feder festgehalten, sondern auch in Hunderten von Photographien. Als gelernter Lithograph verfügte er über das nötige technische Wissen, und als ebenso passionierter wie genauer Beobachter nahm er wahr – und auf –, was der flüchtige Blick übersieht oder lieber ausblendet: die Zustände in den Berliner Armen - vierteln, Hinterhöfe, Bretterzäune und Müllhalden, die Destille an der Straßenecke, Kinderspielplätze und den Sonntagsrummel, das Treiben der Marktfrauen und Abbruchszenarien. Die Prunkbauten des wilhelminischen Berlin sucht man bei Zille vergebens, auch die damals „branchenüblichen“ malerischen Winkel der boomenden Millionenstadt.
Die frühesten Photographien gehen auf die Zeit um 1890 zurück. Zille, der seine Aufnahmen als Vorlagen für die Zeichnungen und graphischen Blätter verwendete, die ihn so populär machten, hatte als Photograph keine künstlerischen Ambitionen. Dafür sprechen schon seine Motive, die zu seiner Zeit alles andere als „bildwürdig“ waren, und das Desinteresse, das seinen Photographien jahrzehntelang entgegengebracht wurde. Erst mit unserem 1975 erschienenen Buch Heinrich Zille – Photographien Berlin 1890–1910 wurde er als Pionier der sozialdokumentarischen Photographie und als einer der ersten „Street Photographer“ der Photogeschichte entdeckt.
Schirmer/Mosel. In den Abzügen von Thomas Struth. Mit Texten von Jeff Wall/Roy Arden und Wolfgang Kemp. Mit einem Vorwort von Lothar Schirmer. 208 Seiten, 134 Duotone-Tafeln, 17 Abbildungen. Format: 21 x 30 cm, broschiert. Deutsche Ausgabe.

Herbst 2017
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